Vortrag

Paris: Hauptstadt des 19. Jh. – III. Impressionismus im Kontext

Die Impressionisten malten nicht nur sonnige Landschaften, zu ihrem Motivschatz zählte auch das Pariser Alltagsleben. Wer genauer hinsieht und die Bildinhalte hinterfragt, enthüllt die Sozialgeschichte einer bürgerlichen Gesellschaft im 19. Jahrhundert.

Schaffhausen

Datum: 15.11.2017

oder 16.11.2017

Treffpunkt: Schneiderstube, Vordergasse 51, 8200 Schaffhausen

CHF 35.00

Impressionismus im Kontext

Welchen Einfluss übten die neuen illustrierten Zeitungen auf Manet aus? Worin lag der Reiz des Quartier des Batignolles, des Pont de l’Europe und des Gare Saint-Lazare? Warum wurden die Gemälde von Manet bis Caillebotte am Salon refüsiert? Was versteckt sich hinter der Fröhlichkeit der jungen Leute, die sich auf den vielen Sonntagsbildern in der Pariser Umgebung vergnügen? Welchem Schicksal sahen die Balletttänzerinnen auf Degas Bildern in der Realität entgegen, und in welchem Milieu bewegte sich Manets Nana? – Ganzheitlich betrachtet, sind viele Meisterwerke des Impressionismus auch wichtige Zeitzeugen aus der Sozialgeschichte des Pariser Stadtlebens.

Schon seit Mitte der 1850er-Jahre berichten die neuen Illustrierten über das Freizeitleben auf den Pariser Boulevards und in den öffentlichen Gärten.

Illustrated London News 1855, The Gardens of the Tuileries

 

Manet überführt die Motive aus den Illustrierten in die höheren Gefilde der Malerei.

Édourd Manet, Musik im Tuilerien-Garten, 1862, National-Gallery London

 

Mit der Eisenbahn blühen die Ausflugsziele ausserhalb von Paris auf und laden ein zum Sonntagsvergnügen.

Claude Monet, Grenouillère, 1869, Metropolitan Museum NY

 

Welchen Berufen die jungen Damen in Renoirs Rudererfrühstück nachgehen? – Einige kennen wir mit Namen.

Renoir, Rudererfrühstück, 1880/81, Phillips Collection Washington

 

Manet hält die Augen offen – Glamour in der Halbwelt für die Bourgoisie

Édourd Manet, Bar au Folies-Bergère, 1881/82, Courtauld Gallery London

 

Oft aus bescheidenen Verhältnissen stammend, skandalös langen Arbeitszeiten ausgesetzt, nicht selten nahe zur Prostitution – dies der soziale Hintergrund der Modistinnen, denen vornehme Damen die Hutmode verdanken.

Auguste Renoir, Die Modistin, 1875, Römerholz Winterthur

 

Der Saal der Ballettstunde in der Opéra – ein Ort, wo sich vornehme Herren ihr Verhältnis suchen

Edgar Degas, Ballettklasse, 1874, Musée d’Orsay