Vortrag

Paris: Hauptstadt des 19. Jh. – II. Weltausstellung, Salon, Opéra, Bistro, Varieté & Bordell

Paris im 19. Jh. – das war nicht nur die Stadt der grossartigen Infrastruktur, es war auch die Stadt des Vergnügens. Grandiose Bauwerke und Hauptwerke der bildenden Kunst zeugen davon.

Schaffhausen

Datum: 01.11.2017

oder 02.11.2017

Treffpunkt: Schneiderstube, Vordergasse 51, 8200 Schaffhausen

CHF 35.00

Weltausstellung, Salon, Opéra, Bistro, Varieté & Bordell

Zwischen 1855 und 1900 fanden nicht weniger als fünf Weltausstellungen in Paris statt. Mit enormem Aufwand wurden im Westen der Stadt riesige Ausstellungshallen, Länderpavillons, Vergnügungseinrichtungen und Kunstausstellungen aufgebaut. An der ersten Weltausstellung 1855 schlug mit Gustave Courbets Protestpavillon gegen den Salon die Geburtsstunde der Avantgarde.

Pariser Weltausstellung 1889 – Eiffelturm im Bau

 

Die 1875 eröffnete Pariser Opéra stellte an Prunk alles in den Schatten, was bisher für die weltliche Öffentlichkeit erbaut worden war.  Hier fanden namhafte Premieren statt. In den Rängen herrschte ein Sehen und Gesehenwerden. Vermögende Altherren fanden im Trainingsraum des Balletts ihr junges Verhältnis. Architektonisch ist das Treppenhaus wichtiger als der Zuschauerraum; es zeitigte Nachwirkungen bis ins Schweizer Bundeshaus.

Pariser Opéra von Charles Garnier (1825–1898)

Treppenhaus der Opéra Garnier

Der jährlich im Frühjahr stattfindende Salon war die grösste Kunstveranstaltung der Welt. Hier zeigten die anerkannten Künstler das Beste aus der Produktion des vergangenen Jahres. Bis um die 10’000 Exponate wurden dem oft überforderten Publikum zugemutet. Dieses strömte zu Hunderttausenden durch die Ausstellungshallen.

Henri Gervex, Jury am Salon, 1885

Für die junge Generation von Künstlern bot das Freizeitvergnügen von der Bourgoisie bis hinunter zur Halbwelt einen unerschöpflichen Motivschatz. Renoirs La première sortie erfasst den Übertritt aus der Pubertät in die Gesellschaft der Erwachsenen nicht nur mit scheinbar hingehauchter Farbe. Ihm gelingt es auch zu erfassen, wie das Mädchen psychisch den grossen Moment wahrnimmt.

Auguste Renoir, La première sortie, 1876/77

Toulouse-Lautrec ist die Person, die am Ende des Jahrhunderts in grellen Farben malt, was bisher erst in der Literatur völlig ungeschminkt dargestellt worden ist.

Toulouse-Lautrec, Au Moulin-Rouge, 1892